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Martina Ittenbach |
Thomas Binder, TBP |
Hallo Martina! Ich hoffe du hast den Jahreswechsel gut überstanden!? Nach meinen Recherchen hast du von 1996 - 1999 eine Schauspielschule in München besucht, deshalb einleitend zum interview die Frage wie kam es zu dieser Entscheidung?
- Die Schauspielerei hat mich schon immer interessiert. Bereits im Kindesalter bin ich auf der Bühne gestanden, ob bei Tanzaufführungen oder Theatervorstellungen. Das hat mir einfach die größte Freude bereitet. Deshalb hatte ich mich gleich nach meinem Schulabschluss bei einer Schauspielschule beworben und wurde angenommen. Es ist der schönste Beruf für mich.
Bei den Dreharbeiten zum Splatterfilm Garden of Love hast du deinen jetzigen Mann Olaf kennen gelernt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und wie war diese Erfahrung zum ersten mal (?) in einem Splatterfilm mit zu spielen für dich?
- Ich hatte mich damals auf eine Anzeige einer
Schauspielseite im Internet beworben. Es stand darin, dass Schauspieler, die
Hippies spielen sollen, für einen Horrorfilm gesucht werden. Da ich das schon
immer mal machen wollte, habe ich mich beworben. Damals hatte ich den Namen Olaf
Ittenbach noch nie gehört und ich dachte anfangs es würde sich eh nur um einen
Amateurfilm handeln. Falsch gedacht, ich wurde eines Besseren belehrt.
Das erste Mal in einem Splatterfilm zu spielen war sehr abgefahren. Aber nach
kurzer Zeit hatte ich mich daran gewöhnt. Auch wenn alles blutig, kalt und nass
war und beim Essen andere Darsteller in appetitverderbenden Geister Make- ups
einem gegenüber saßen, war es doch eine sehr schöne und lustige Erfahrung. Und
dann noch erstochen zu werden, ja, das war mal richtig cool.
Du spieltest auch in einigen Theaterstücken mit. Was waren dies für Erfahrungen für dich?
- Gleich nach meinem Abschluss an der Schauspielschule bekam ich ein Engagement am „Münchner Theater für Kinder“. Am Anfang war es schon eine aufregende Erfahrung vor ca. 300 Leuten ein ganzes Stück zu spielen. Nach kurzer Zeit spielte sich das jedoch so sehr ein, dass ich vor einer Vorstellung nicht mal mehr besonders nervös war. Es machte einfach Spaß und Kinder sind das aufmerksamste und dankbarste Publikum überhaupt.
Spielst du lieber in Theaterstücken oder Filmen mit?
- Das ist schwer zu sagen. Beides hat seinen eigenen Reiz. Am Kindertheater lernte ich zu Beginn sehr viel, aber irgendwann bleibt man stehen und will was Neues ausprobieren. Das kann ich jetzt, indem ich in Filmen mitspiele.
Wenn ich richtig informiert bin beginnt 2006 die Produktion von Olafs neuem Film „Poison“ spielst du in diesem Film auch wieder mit und darfst du uns schon etwas über dieses Werk verraten?
- Dazu kann ich momentan leider gar nichts sagen!
Wie war es für dich die Hauptrolle in Olafs neuen Film „Chain Reaction“ zu spielen?
- Ich habe mich erst einmal riesig gefreut, dass Olaf mir die Möglichkeit geboten hat diese Rolle zu spielen. Allerdings war ich schon Monate vorher höllenmäßig aufgeregt, da ich ja nicht genau wusste was auf mich zukommt. Und dann noch der komplizierte Text in Altbibel-Englisch. Aber plötzlich lernte es sich alles wie von selbst. Als der 1. Drehtag vorbei war, wurde auch das Lampenfieber weniger und ich konnte mich richtig auf meine Rolle konzentrieren.
Kannst du uns etwas über deine Rolle in „Chain Reaction“ erzählen?
- Ich spiele Alice, einen Vampir, der es schafft seine Blutlust zurückzuhalten. Fern der Zivilisation lebt Alice zusammen mit einer Gruppe von Leuten, die das gleiche Schicksal haben.
Wie hast du die Zusammenarbeit mit den anderen Darstellern empfunden?
- Allgemein herrschte ein sehr gutes Arbeitsklima. Die anderen Darsteller waren alle wahnsinnig lieb und lustig. Wir haben uns sehr gut verstanden und wunderbar miteinander gearbeitet. Nebenbei hatten wir noch einen riesigen Spaß, so dass vor Lachen oft Tränen flossen. Es war eine unvergessliche Erfahrung mit solch tollen Leuten zusammen zu arbeiten.
Wann bzw. in welcher Form kann man mit einer Veröffentlichung des Filmes rechnen?
- Der Film wird auf DVD erscheinen. Wann, weiß ich leider selbst nicht.
Du und Olaf habt zusammen den „Familienratgeber“ gedreht, was verbirgt sich hinter diesem Namen?
- „Ittenbach`s Familienratgeber“ ist eine Comedy- Doku. Ein kleiner Film der über die Liebe, die Ehe, Kinder und das Familienleben berichtet. Allerdings auf eine andere Art und Weise. Der Film ist gemein, dreckig, witzig, abgefahren und blutig. Lasst Euch überraschen.
Die meisten Fans von dir und Olaf interessiert natürlich brennend wie es zu eurer Beziehung kam, willst du uns dazu etwas verraten?
- Bei den Dreharbeiten zu GOL hatten wir nicht wirklich viel miteinander zu tun. Genauer gesagt, ich bin Olaf noch nicht mal aufgefallen, da ich mich oft eher gern im Hintergrund halte. Erst nachdem der Film abgedreht war, kamen wir in Kontakt, durch eine SMS die ich Olaf zu Silvester geschickt hatte. Er hat mich dann eingeladen um BTL anzuschauen. Nun ja, mit der Zeit hat es sich dann entwickelt.
Hast du schon ältere Filme wie z.B. „Premutos“ von Olaf gesehen? Wenn ja, wie gefallen dir diese Splattergranaten?
- Klar hab ich mir die alle mal angeschaut. Bei „Premutos“ hab ich mich vor Lachen fast weggeworfen. Den finde ich für einen Amateurfilm mal wirklich gelungen. Da steckt auf jeden Fall viel Talent drin.
Was waren deine positivsten und deine negativsten Erfahrungen in deiner Laufbahn als Schauspielerin?
- Positiv war auf jeden Fall, dass ich direkt
nach meinem Abschluß an der Schauspielschule ein Engagement bekommen habe. Denn
viele Schauspieler müssen lange suchen um eine Anstellung zu finden und die
meisten geben irgendwann ihren Berufswunsch auf. Positiv war auch zu sehen wie
eine Entwicklung an einem selbst stattfindet. Vor allem bei Chain Reaction hat
sich bei mir sehr viel getan.
Negativ ist, dass man als Schauspieler ständig auf der Suche ist. Gerade wenn
man noch nicht so viele Filme wie andere gedreht hat ist es oft sehr schwer Fuß
zu fassen. Selbst eine Agentur oder ein Management zu finden erweist sich als
schwierig.
Gibt es jemanden mit dem du mal besonders gerne zusammenarbeiten würdest?
- Es gibt einige die ich besonders klasse finde. In Sachen Regie wären natürlich Peter Jackson oder Quentin Tarantino ein Traum. Schauspieler wie z.B. John Malkovich oder Val Kilmer sind der absolute Hit. Nun ja, und da ich total auf indische Filme abfahre, wäre es das Allergrößte in einem solchen Film zusammen mit Sharukh Khan zu spielen.
Wie war die Erfahrung für dich, mit Dirk Felsenheimer (Bela B.) in Garden of Love zusammen zu arbeiten?
- Bela ist supernett und superlustig, sehr professionell und lässt auch alles über sich ergehen.
Wie war es für dich in Fernsehproduktionen wie „Die Jugendberaterin“ oder „Richter Alexander Hold“ mitzuspielen?
- Ich könnte jetzt einfach sagen: „ Ich war jung
und brauchte das Geld!“
Aber als diese Sendungen aufkamen, waren sie noch relativ ansehnlich. Da
spielten auch noch öfter prof. Schauspieler mit. Mittlerweile, nachdem ein paar
Jahre vergangen sind, werden diese Shows immer trashiger und sind meiner Meinung
nach nicht mehr erträglich. Die gesamte Arbeitsweise bei diesen
Fernsehproduktionen ist nicht besonders professionell, ehrlich gesagt, es gibt
nicht mal eine ordentliche Regieführung und meistens kann man aus seiner Rolle
nicht sehr viel machen. Ich war damals froh einfach mal was fürs Fernsehen
machen zu können. Würde aber heute in diesen Sendungen nicht mehr spielen.
Wie stehst du persönlich zu dem Genre Splatter/Gore unter anderem auch auf Amateurbasis?
- Bevor ich Olaf kennen lernte und in GOL mitspielte, wusste ich noch nicht mal dass es Splatter gibt. Mittlerweile schaue ich mir das dann doch ganz gerne an, gerade wegen der Effekte. Und ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viel Leute zur Videokamera greifen und einfach mal so, nette Filmchen drehen.
Würdest du noch auf Anfrage in Filmen von „unbekannten“ Independentfilmern mitspielen nachdem du jetzt bei „Szene-König“ Olaf Ittenbach bekannt geworden bist?
- Natürlich, man kann nie genug Erfahrungen sammeln. Wenn mir die Story und die Rolle gefällt, warum nicht?
Gibt es bei dir schon Filmprojekte für die Zukunft außer „Chain Reaction“?
- Momentan bin ich auch der Suche nach einem Management. Ich verschicke fleißig meine Demo-DVD und hoffe natürlich bald wieder drehen zu können. Zwar habe ich schon ein neues Projekt in Aussicht, aber so lange das noch nicht ganz sicher ist, kann ich natürlich nichts genaueres dazu sagen.
Möchtest du zum Abschluss noch Grüße, Danksagungen oder sonstiges loswerden?
- An dieser Stelle möchte ich allen Kollegen aus Chain Reaction danken. Allen voran natürlich Olaf, den ich sehr bewundere! Ansonsten grüße ich ganz besonders meinen lieben Schauspielpartner Chris Kriesa, der in L. A. lebt und ich hoffe sehr ihn bald mal wieder zu sehen. Er ist ein ganz wundervoller und herzlicher Mensch. So und jetzt Schluss, sonst wird`s zu viel zum Lesen.
Danke das du dir Zeit für uns genommen hast! The Bloody Project wünscht dir viel Erfolg für die Zukunft!
- Danke, hat mich gefreut!